Die Mutter der Messen mit unikalem Markenzeichen

Die „Mutter der Messen“ mit unikalem Markenzeichen

MC-Präsident Prof. Dr. Georg Donat begrüßte während der Designers’ open in der Kongresshalle am 22. Oktober 2017 rund 40 Interessierte, die aus dem Munde des Geschäftsführers der Leipziger Messe, Markus Geisenberger, Interessantes zur Entwicklung des weltberühmten Doppel M erfahren wollten.

Markus Geisenberger spannte den historischen Bogen durch eine sehr wechselvolle Zeit mit einer Vielzahl an interessanten Fakten und Begebenheiten. Mit der Entwicklung des „Muster-Messe“-Signets – ursprünglich als drei M konzipiert, die für das Meßamt für die MusterMessen stand – schuf der Leipziger Grafiker Erich Gruner eine „Ikone“, die gute und schlechte Zeiten überdauerte. Zu verschiedenen Ereignissen gab es unterschiedliche visuelle Darstellungen. Ein wiederkehrendes Motiv, das symptomatisch für die Leipziger Messe mehrfach wiederkehrte, war die „Brückenbaufunktion“ des Handelsplatzes. Das galt nach dem ersten Weltkrieg, als in Russland mit der Oktoberrevolution die Sowjetunion entstanden war und erstmals auf dem Handelsplatz Leipzig Anfang der 1920er Jahre ausstellte. Das galt aber auch nach dem 2. Weltkrieg, als mit der „Ersten Leipziger Friedensmesse“ im Mai 1946 ein Neustart nach dem verheerenden 2. Weltkrieg erfolgte und den Standort bis zur deutschen Wiedervereinigung als Handelsplatz zwischen Ost und West etablierte. Marcus Geisenberger zeigte anhand von Werbeauftritten der Leipziger Messe in verschiedenen Ländern, wie das Signet differenziert eingesetzt wurde und sich einer großen internationalen Bekanntheit erfreut. In den letzten Jahren mit der Neuorientierung der Messe fungiert es weiterhin als Dachmarke – sowohl für die Unternehmen der Messegesellschaft als auch die Spezialmessen, die jeweils einen eigenen Auftritt hinsichtlich ihres CD haben. In der anschließenden Diskussion hob Dr. Uwe Teichert hervor, dass keine andere deutsche Messe eine derart konsequente Corporate-Design-Ikone vorweisen könne.

Der Schöpfer des „zeitlos-klassischen“ Logos ist der Künstler Erich Gruner, Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Er gestaltete bis 1921 sämtliche Drucksachen und war als künstlerischer Beirat bis zu einem Rücktritt 1933 als Berater für die Messe tätig. Nach 1945 wirkte Gruner bei der visuellen Darstellung in der Nachkriegszeit aktiv mit. Darauf ging in seinen Ausführungen der Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Thomas Locher ein, der auch auf die architektonische Gestaltung von Messegebäuden in Anlehnung an die Weltausstellung in London 1862 einging, die sich im Hauptgebäude der Neuen Messe in Leipzig wiederfinden lässt. Er würdigte die Leistung Gruners, dem es mit sparsamsten Mitteln gelang, ein lange wirkendes Zeichen von Weltgeltung zu schaffen.

Im Anschluss an die Vorträge und die Diskussion stärkten sich die Teilnehmer bei einem Büffet, um danach individuell die aktuellsten Kreationen der Designer im Ausstellungsbereich zu erkunden.

www.leipziger-messe.de                                                                   BG