Marketingpreis 2017: Nachhaltigkeit ist Trumpf

Zum 20. Mal bildete die Verleihung des Marketingpreises einen besonderen Höhepunkt. Erstmals hatte im Mai eine „Lehrveranstaltung“ bei Porsche im Vorfeld informiert, um Mut für die Bewerbung zu wecken.

 Dennoch war die Zahl der Bewerbungen mit 20 geringer als im Vorjahr, doch, wie Prof. Georg Donat einleitend betonte, kann sich die Qualität durchaus sehen lassen. Kein Wunder also, dass unter den Preisträgern in vier Kategorien zwei junge innovative Unternehmen sind, die frischen Wind in ihren Branchen aufbringen.

Den Hauptpreis allerdings hat das Tochterunternehmen der Leipziger Messe Gmbh, fairgourmet, errungen. Es konnte sich gegen die anderen Mitbewerber durchsetzen und erhielt den „Schlüssel zum Erfolg“. Welches Schloss damit in Zukunft geöffnet werden soll, verriet Geschäftsführer Detlef Knaack noch nicht, der einen Preis nach dem anderen für Servicequalität, Nachhaltigkeit und die Heranbildung des Berufsnachwuchses einheimst. Ebendiesem ist es zu verdanken, dass fairgourmet über ein zuverlässiges und leistungsfähiges Team verfügt, das gerade eben die Handball-WM der Frauen rundum mit Gaumenfreuden versorgte. Ebenso ist der Caterer natürlich bei Messe- und Kongressveranstaltungen die erste Wahl. Die Jury vergab an fairgourmet vier von fünf möglichen Sternen. Überzeugt hat insbesondere das Konzept der Nachhaltigkeit, das  u. a. durch regionale Lieferanten, kurze Wege und Vermeidung von Einweg-Abfällen verfolgt wird. Wenn es dennoch unumgänglich ist, wird auf recycelfähiges bzw. kompostierbares Bio Einweggeschirrs gesetzt.

Der Genossenschaftsgedanke ist zwar schon recht alt, doch mit neuem Geist erweckt, kann er die Kunden begeistern, wie es die 1884 gegründete Konsumgenossenschaft Leipzig mit ihrer Kampagne „Nah. Frisch. Freundlich“ bewiesen hat und dafür den Sonderpreis der Sparkasse Leipzig für die beste Kampagne erhielt. Den Mitgliedergedanken beleben, die Filialen, von denen bereits viele mit Branchenauszeichnungen geehrt wurden, kundenfreundlicher zu gestalten und auch in punkto Preis-Leistungs-Verhältnis günstiger zu werden, sind einige der für die Jury maßgeblichen Entscheidungsfaktoren gewesen.

Verbunden mit der Ehrung ist zudem eine Media-Schulung im Wert von 2.000 Euro an der Leipzig Media School.

Immer neue Generationen an Technik führen zu immer mehr Elektronikschrott, in dem wertvolle Rohstoffe stecken und ihrer Wiederverwendung harren. Das nahmen die jungen Entrepreneure von binee UG als Ausgangspunkt, um Partner zu suchen, die das auch können. Aber ebenso bauen sie Partnerschaften mit Geschäften und verschiedenen Einrichtungen auf, wo die ausgediente Technik unkompliziert entsorgt werden kann. Bis zu einer Kantenlänge von 25 cm passen sie in die Sammelboxen mit Terminal und Werbeflächen, die schon vielerorts u. a.  in Leipzig, Berlin und bald in Chemnitz zu finden sind. Finanziert wird das Ganze durch die aufgebrachte Werbung. Die abgegebenen Geräte werden fachmännisch geprüft, wobei ein Teil auch wieder als Secondhandware einer Verwendung zugeführt wird. Als Dankeschön für die einstigen Besitzer werden Wertgutscheine abgegeben. Diese Idee begeisterte die Jury, die binee als „Besten Marketing Newcomer“ ausgezeichnete. Mit dem von der Firma Rothkegel gestifteten mit 2.000 Euro dotierten Preis wollen sie ihre Standorte ausbauen.

Auch Melonie // ECHT GUTER STOFF überzeugte mit ihrem nachhaltigen Gedanken und einem starken regionalen Bezug. Mit einem freudigen Jauchzer vernahm die Gewinnerin des Preises  für Bestes Marketing im Handwerk, Melanie Lobstädt, die Verkündung im Weißen Saal der Kongresshalle. In zwei Ladengeschäften in der Innenstadt bietet sie von Schnittmusterbögen und Nähutensilien bis zur maßgeschneiderten Kleidung aus ökologisch fair produzierten Stoffen alles, was das Herz aller Modebewussten höher schlagen lässt. Dabei betont sie ihre enge Verbundenheit mit Leipzig nicht nur in regionaler Herstellung sondern auch in sozialem Engagement. In kurzer Zeit konnte sie sich eine bedeutende Stammkundschaft aufbauen. Am 2.000-Euro-Preisgeld, das von der Handwerkskammer und der IKK classic gestiftet wurde, will sie auch die von ihr unterstützten Vereine teilhaben lassen. Die Kollektion wird ausschließlich in Leipzig produziert: Die Kombination aus dem „Do it yourself“-Gedanken gemixt mit lokaler Produktion und Individualisierung lässt eine starke Kundenbindung entstehen. Auch Melonie durfte sich über ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro freuen, das von der Handwerkskammer zu Leipzig sowie der IKK classic gestiftet wurde.

Zum Resümee der Veranstaltung hob Prof. Dr. Georg Donat hervor, dass sich dieser Wettbewerb mittlerweile als feste Größe nicht nur in der Stadt, sondern in der gesamten Region etabliert habe. Er sagte: „In diesem Jahr war die Qualität der Einreichungen sehr hoch und die Auswahl entsprechend schwierig – wir konnten uns über viele innovative und aussagekräftige Einreichungen freuen. Das unterstreicht, über welches enorme Potenzial an kreativen Köpfen Leipzig und die Region verfügen. Mit dem Preis tragen wir dazu bei, Marketing-Macher zu unterstützen und innovativen Projekten zu mehr Bekanntheit zu verhelfen“.

Die feierliche Preisverleihung in der Kongresshalle wurde von einem Terzett des Gewandhauses und der Sängerin Theresa Randell musikalisch umrahmt.

www.marketingpreis-leipzig.de

www.fairgourmet.de

www.konsum-leipzig.de

www.binee.com

www.melonie.de                                                             BG