Ein Denkmal für Entdecker der Technik- und Industriegeschichte

Ein wenig über Land führte der Weg zur MC-Veranstaltung am 14. September 2017. Knapp zehn Teilnehmer – die Mehrzahl weiblichen Geschlechts – kamen in den Bergbau-Technik-Park, der seine Entstehung engagierten ehemaligen Bergleuten und Bürgern verdankt, die die über 150jährige Braunkohle-Historie der Region für die Nachwelt in Erinnerung und erlebbar halten wollen.

Diese museale Einrichtung ist die einzige ihrer Art in Deutschland, die von einem Verein ohne öffentliche Mittel betrieben wird und in der eine Sammlung nach ICOM-Richtlinien aufgebaut wurde. Der Bergbau-Technik-Park e. V. wurde 2002 gegründet und engagierte sich seither für den Erhalt der beiden Großgeräte, die als „Landmarken“ bereits von weitem sichtbar sind.

Der Schaufelradbagger 1547 wurde vom TAKRAF-Kombinat 1986 gebaut und wiegt ca. 1.300 Tonnen, der Bandabsetzer wiegt 1115 Tonnen ( ca. 2.400 t, Bj. 1985). Beide stammen aus dem ehemaligen Tagebau Espenhain. Ihre Verschrottung war bereits beschlossen. Der Verein konnte sie mit Unterstützung der Kommunen Großpösna, Espenhain und Markkleeberg sowie des Freistaates Sachsen und des Regierungspräsidiums Leipzig in Zusammenarbeit mit der LMBV und der MIBRAG sichern. Beide Großgeräte bilden heute das Kernstück der Ausstellung.

Der 2. Vorsitzende des Trägervereins, Peter Krümmel – Historiker von Beruf – gab den Teilnehmern bei einem Rundgang einen Überblick über den Stand des Projektes, für das 2012 der erste Spatenstich erfolgte. In einem umgebauten ehemaligen E-Haus und auf der beachtlichen Freifläche von 5,4 ha lässt sich die Dimension der Tagebaue erahnen. Vielfältige Zeitdokumente und Exponate informieren über den Planungs- und Arbeitsablauf und zeigen die schwere körperliche Arbeit der Kumpel. Im Freien wurden wetterfeste Informationstafeln u. a. mit Kurztexten sowie für Kinder verständliche Darstellungen zu den technischen Großexponaten installiert, die nach und nach wieder von den Vereinsmitgliedern „in Schuss“ gebracht werden.

Geschäftsführer Thorsten Hinz gab anschließend einen Ausblick auf die weitere Gestaltung des besonderen touristischen Zieles in der Bergbauregion. Insbesondere Familien mit Kindern bilden eine wichtige Zielgruppe. Dabei stehen nicht nur die technischen Geräte im Blickpunkt, sondern auch Spielmöglichkeiten. Ein Spielplatz existiert schon, doch die Pläne reichen weit in die Zukunft. So sollen in den nächsten Jahren lebensgroße einstige Bewohner des vor Jahrmillionen existierenden Urmeeres gestaltet werden zum Entdecken und Erklettern für die junge Generation. Als Erstes wird ein bekletterbarer Uhrzeit-Hai (carcharocles megalodon) entstehen. Das war wohl der größte lebende Hai, den es jemals gab, aus der Familie der Makrelenhaie – das bis zu 20 Meter lange Tier ist vor etwa 2,5 Millionen Jahren ausgestorben. Die Gäste des Abends wurden nach Bergmannsart mit frisch gegrillten Spezialitäten bewirtet und konnten so den interessanten Ausflug ausklingen lassen.

www.bergbau-technik-park.de                                                         BG