Vom Verliebt sein bis zur Partnerschaft

Mark Jänsch musste seinen Vortrag kurzfristig absagen (wird zu einem anderen Termin nachgeholt). Doch in Victor’s Residenz Hotel hatten sich am 7. Februar über 35 Interessierte eingefunden, die nach der Begrüßung von Vorstandsmitglied Nancy Schneider, den Ausführungen des neuen Marketingclub-Mitglieds Hans-Peter Wohlfahrt lauschen wollten, der kurzfristig in die Bresche gesprungen war.

Hans-Peter Wohlfahrt ist keineswegs ein Neuling im Marketing, denn seit Gründung seiner Agentur 1992 suchte er stets Herausforderungen auf und über der Erde und war häufig auch den Wolken ganz nahe. Denn er hatte die Balloon Fiesta International erfunden und über viele Jahre organisiert. Neuerungen gegenüber stets aufgeschlossen, ist er nun vor allem mit Clouds recht vertraut, die als Weg zum Kunden via Internet und sozialen Netzwerken unumgänglich sind.

Unter der Überschrift „Eine Marketing Love Story“ bezog Hans-Peter Wohlfahrt die Zuhörer von Anfang an mit ein, indem er sie fragte, was zu einer guten Beziehung gehöre. Einig waren sich alle, dass Anziehung, Kommunikation, Respekt und Vertrauen wesentliche Faktoren dabei sind. Anschließend stellte er das klassische Outbund-Marketing von Anzeigenschaltung bis Mailings dem Inbound-Marketing gegenüber, das zwar ebenso das Ziel verfolgt, Kunden zu gewinnen. Doch es geht viel weiter, denn aus gewonnenen Kunden sollen Fürsprecher für die Produkte, Dienstleistungen und das Unternehmen werden. Eine echte Partnerschaft auf Augenhöhe. Um das zu erreichen, werden mit Hilfe der Online-Medien neue Wege beschritten. Denn, so der Agenturchef: „Lassen Sie die Kunden das finden, wonach sie wirklich suchen. … Doch dafür müssen Sie die Probleme der Zielgruppe kennen.“ Die Frage ins Publikum, wer soziale Netzwerke nutzt, brachte ein recht mageres Ergebnis. Doch soziale Netzwerke gezielt für das Marketing zu nutzen, gehört unabdingbar zu den aktuellen und vor allem auch kostengünstigen Kommunikationswegen, denn gegenüber den klassischen Akquise-Wegen können weit über 50 Prozent Kosten gespart werden.

Die Erstellung von Assets mit Themen, die die Kunden interessieren, bildet einen Ausgangspunkt. Ein erstes Ziel ist es, Interessenten auf die eigene Homepage zu lenken. Als einfachsten Weg dahin empfiehlt Hans-Peter Wohlfahrt, einen Blog zu installieren, um die Themen zu kommunizieren, die die Zielgruppe interessieren. Also muss man sich die Frage stellen: Was für Probleme haben meine Kunden zu lösen, wonach würden sie suchen? Man muss also herausfinden, welche Interessen und Ansprüche der potenzielle Kunde hat, denn: „Inbound-Marketing konzentriert sich auf die Schaffung von genau auf die Interessenten abgestimmten hochwertigen Inhalten. Dadurch ziehen Inbound-Marketer die Aufmerksamkeit auf ihr Unternehmen und führen potentielle Kunden genau zu den Produkten und Leistungen, die sie suchen.“ (Quelle: www.wohlfahrt.net). Begleitend dazu gehören natürlich die entsprechenden Key Words (Schlüsselwörter), nach denen gesucht werden soll. Hat man Besucher generiert, kann man sie z. B. mit landing pages auf seine Produkte aufmerksam machen. In der nächsten Phase geht es um die Verstetigung, d. h. der Besucher soll als lead (Onlinekontakt) gezielt angesprochen und zum Kunden entwickelt werden. Wer als Kunde gewonnen wurde, erhält schon stark auf die individuellen Interessen zugeschnittene Informationen u. a. per Mail. In der letzten Etappe geht es darum, die Kundenbindung zu vertiefen, ihn sogar zum Fürsprecher und Partner werden zu lassen.

Hans-Peter Wohlfahrt ging recht detailliert auf die Nutzung des Inbound-Marketings ein, wie es seine Agentur schon für verschiedene Kunden erfolgreich realisiert hat.

Die Methode, die seit rund 10 Jahren in den USA praktiziert wird und dort schon recht verbreitet ist, wird sicherlich auch seinen Siegeszug hierzulande antreten. Als Partner auf diesem Weg empfiehlt sich der Marketingexperte mit seinen Erfahrungen. Die kurze aber rege Diskussion im Anschluss an den Vortrag bewies auch das große Interesse an dieser Methode, die insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen ganz neue Möglichkeiten bietet.

Mit kulinarischen Spezialitäten aus der Küche des Victor’s Residenz Hotels und in kleineren Gesprächsrunden fand der lehrreiche Abend seinen Abschluss.

www.wohlfahrt.net                                                                                                                                          BG