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Energiewende – mit uns – nachhaltig gestalten

By Events, News

Am 1. März 2018 – eiskalter kalendarischer Frühlingsanfang – stand für den Marketingclub ein informativer Rundgang durch eine technische Sehenswürdigkeit im Leipziger Südraum auf dem Programm: Das Braunkohlenkraftwerk Lippendorf. Seit 1926 wird am Standort Strom aus Braunkohle erzeugt. Mit der Inbetriebnahme des modernen Werkes mit zwei 920-MW-Blöcken Anfang 2000 wurden auch im Umweltschutz Maßstäbe gesetzt; im Vergleich zum technischen Stand von 1990 wurden die Emissionen bei Kohlendioxid um 44,6 Prozent, bei Staub und Schwefeldioxid um jeweils 98 sowie bei Stickoxiden um 73 Prozent reduziert. Das Kraftwerk erreicht dennoch den beachtlichen Nettowirkungsgrad von 42 Prozent. Im vertikal aufgehängten Brennkessel, der 54.000 Tonnen wiegt, herrscht eine Verbrennungstemperatur von über 550 ° Celsius. Für den Betrieb und die Instandhaltung sind 300 Mitarbeiter tätig, davon die Hälfte rund um die Uhr im Schichtsystem. Einmal jährlich geht jeder Block für zwei bis vier Wochen in Revision.

Dies und noch viel mehr erfuhren und sahen die rund 20 Teilnehmer beim Rundgang mit dem erfahrenen Ingenieur Lutz Dornberg – ein alter Hase in der Energiewirtschaft und für die Standortkommunikation verantwortlich – ,der sie bis auf 163 Meter Höhe auf das Dach eines Kraftwerksblocks führte.

Wieder unten angekommen, nahmen alle im Vortragsraum Platz, wo MC-Vizepräsident Dr. Uwe Teichert den Gastgeber und Referent des Abends, Kraftwerksleiter Christian Rosin, vorstellte, der zur Thematik Energiewende nachhaltig gestalten referierte. Die Energiewende ist ein Generationenprojekt, das ganz unmittelbare Auswirkungen auf jedes Unternehmen und jeden einzelnen Haushalt in Deutschland hat.

Seit Mai 2014 leitet Cristian Rosin das LEAG-Kraftwerk Lippendorf (LEAG – Lausitz Energie AG). Er studierte in Berlin Energie- und Kraftwerkstechnik, kam 2002 als Trainee ins Kraftwerk und arbeitete sich bis zum Leiter der Instandhaltung hoch. Rosin ist neben seiner beruflichen Tätigkeit zudem in mehreren Institutionen und Organisationen aktiv. Beispielsweise bei IHE – Instandhaltungsausschuss der Energiewirtschaft e.V. als Vorstandsvorsitzender oder der Zukunftsstiftung Südraum Leipzig als stellv. Vorsitzender.

In seinem Vortrag ging er auch auf die Bedeutung des Lippendorfer Kraftwerks ein, das immerhin 80 Prozent des Fernwärmebedarfs der Stadt Leipzig deckt. Die wachsende Stadt hat steigenden Energiebedarf, und die Anforderungen an eine stabile Versorgung wachsen.

Die Energiewende – für den Kraftwerksleiter eine Generationenaufgabe – wird von vielen mit Wunschvorstellungen verbunden, manchmal fern des Realitätssinnes. Eins ist gewiss: Braunkohle ist kein unendlich nutzbarer Rohstoff, doch ideal für die Übergangszeit, bis regenerative Energiequellen eine sichere Versorgung mit Strom und Wärme garantieren. Doch, auch diese Periode wird wohl nur eine Übergangszeit sein, denn seit Jahrzehnten wird auf dem Gebiet der Kernfusion als „unendlicher“ Energiespender geforscht – ungewiss, wann die Technologie ausgereift und in Größenordnungen nutzbar sein wird.

Die Betriebsdauer des Kraftwerks ist bis 2040 geplant, und bis dahin reicht auch die Braunkohle aus dem benachbarten Tagebau Vereinigtes Schleenhain.

Für den Energetiker Rosin zählen Fakten und Zahlen, denn trotz erhöhter regenerativer Energieerzeugung ist die Auslastung des Braunkohlenkraftwerks nahezu stabil geblieben.

Der Energie-Experte sieht die Entwicklung nüchtern und ist in verschiedenen Gremien involviert, die sich mit Szenarien „nach der Braunkohle“ beschäftigen. Stromspeicher, Oxyfuel-Staubfeuerungsanlagen, CCS Combined Charging Systems für E-Fahrzeuge und Methan/Methanol für Turbinen sind einige der Stichwörter des Abends, die von der kompetenten Zuhörerschaft mit diskutiert wurden. Der Fachmann Rosin unterstützt im eigenen Unternehmen einen Digital Thinktank („Denkfabrik“) junger Mitarbeiter, die dabei helfen wollen, technologieoffene Entwicklungen anzuschieben. Auch das Thema Blockchain für eine komplexe intelligente Verknüpfung verschiedener Prozesse spielt eine Rolle.

Gegen die wieder einmal aktuelle Verteufelung des Energieträgers Braunkohle führt der Kraftwerksingenieur nüchterne Fakten an, die die Vorkettenemissionen, die bei Erschließung und Ausbeutung von Erdöl, Erdgas usw. in nahezu gleicher Höhe wie bei Braunkohle liegen, einschließt.

Fazit des Abends: Die Energiewende sollte auch zu einer Wende zu Sachlichkeit statt Wunschdenken und Emotionen werden. Das muss bereits bei einer naturwissenschaftlich fundierten Aufklärungsarbeit in den Schulen beginnen. Christian Rosin und seine Mannschaft bringen sich dabei gerne ein.

www.leag.de/de/geschaeftsfelder/kraftwerke/kraftwerk-lippendorf/         BG

BG

 

Leipziger Webday – Online Wettbewerbsvorteile generieren?

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Anregungen, Erkenntnisse und neue Kontakte konnten die Teilnehmer des LEIPZIGER WEBDAYS – die Messe und Konferenz für Online-Marketing – am 21. März 2018 im Congress Center Leipzig (CCL) mit nach Hause nehmen. Die wachsende Bedeutung der Online-Präsenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie Freiberuflern wurde bereits vom Eröffnungsredner Lothar Repp, Vertriebsleiter und Prokurist der WTV Leipziger Medien, hervorgehoben. Gerade KMU können ihre Marktarbeit optimal gestalten, wenn Sie die Klaviatur der Online- und sozialen Medien gezielt in ihr Marketing integrieren.

Joachim Helfer, der unter anderem die auf KMU spezialisierte Online Marketing Agentur advantago aufgebaut hat, bahnt Unternehmen mit einfach zu verstehenden Produkten ihren Weg in den Online-Bereich, indem neben Websites und Landingpages auch Social Media und Listingprodukte zum Einsatz kommen. Wie die lokale Suche in Zukunft stattfindet, und was bereits heute wichtig dafür ist, stellte er in seinem Vortrag dar.

Oliver Ziesemer, der bei Müller Medien die Bereiche Social Marketing und Location-based Services verantwortet, erläuterte, wie kleine und mittelständische Unternehmen die Herausforderungen der Digitalisierung meistern können.

Simon Schlerf ist Head of SEA (Search Engine Advertising) beim Suchmaschinenspezialisten Fairrank und durch Kooperationen mit Google und Bing stets up to date. Er stellte das Google AdWords Programm anhand eines Praxisbeispiels vor, das nicht nur für StartUps relevant ist.

Birte Gloy, die bei Google ausgewählte Partner im deutschsprachigen Raum betreut, referierte insbesondere darüber, wie Unternehmen die sog. Momente der Entscheidung zur Neukundengewinnung nutzen können. Wenn User das Internet nutzen, um sich Hilfe zu holen, seien sie besonders aufgeschlossen gegenüber Werbebotschaften, und das könnten sich Unternehmen zunutze machen, insbesondere bei der erfolgreichen Anwendung von Google AdWords.

Lucas Müller ist Geschäftsführer des Online-Branchenbuchs GoYellow und des Bewertungsportals Golocal. Das Spezialgebiet des Diplom-Mathematikers und Experten für lokales Marketing bildet das Empfehlungsmarketing. So war er an der Entwicklung von GoYellows und Golocal beteiligt und leitete die Entwicklung der Bewertungsprodukte der Marke Meinungsmeister, die Deutschlands Gewerbetreibende für erfolgreiches Empfehlungsmarketing einsetzen. Dieses bildet zunehmend eines der relevantesten Entschdigungskriterien. Er zeigt auf, wie man seine Kunden für sich werben lassen kann.

Last but not least stellt Tim Nolet – Director International Partnerships bei Yext – die Online-Marketing-Produkte und –Dienstleistungen, die sein Unternehmen kleinen und mittelständischen Unternehmen anbietet, vor. Dabei erläuterte er insbesondere die Yext Knowledge Management-Plattform. Der Mitgründer von InnerBalloons, einer niederländischen Firma für Präsenzmanagement, die im Jahr 2014 von Yext erworben wurde, kann auf Erfahrungen beim Suchmaschinen-Marketing sowie im Bereich Produkt- und Kundenservice aufbauen.

Die Vorträge auf dem Leipziger Webday kann man unter diesem Link aschauen: www.leipziger-webday.de/videos

 

Moderne Mobilität für die wachsende Stadt mit einem Blick in die Werkstatt

By Events, News

Ein Thema, das alle sprichwörtlich bewegt, führte rund 40 Teilnehmer zur Veranstaltung Marketing vor Ort ins Technische Zentrum Heiterblick der Leipziger Verkehrsbetriebe. Am 12. April ging es um „Moderne Mobilität für die wachsende Stadt“.

Der modern gestaltete Werkstattkomplex schließt auch historische Bausubstanz ein. Ein Knackpunkt bildete die „Aufrüstung“ der Hallen, damit die XXL-Straßenbahnen komplett hineinpassen und gewartet bzw. repariert werden können.

Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB) begrüßte alle am Tor. Er sprach kritisch über das Investitionsvolumen für die Werkstatt von 45 Mio. Euro, für das „nur“ 10 Mio. vom Freistaat Sachsen bezuschusst wurden – das war vor 10 Jahren. Für einen Betriebshof erhielt man jedoch danach 75 Prozent Landesförderung, was, wie Middelberg betonte, „bundesweit für solche Infrastrukturprojekte üblich ist.“ Für die weitere Modernisierung der Infrastruktur und des Fahrzeugparks der LVB werden bis 2030 rd. 800 Mio. Euro benötigt, wobei die o. g. „Hypothek“ noch ins Gewicht fällt.

Erster Programmpunkt des Abends war die Besichtigung der Hauptwerkstatt Straßenbahn. Frank Waldenmaier leitet sie seit wenigen Jahren und gab einen umfassenden Einblick in die technologischen Abläufe der Hauptuntersuchung, der jeder Straßenbahnzug nach acht Jahren bzw. 800.000 gefahrenen Kilometer unterzogen wird. Immerhin gehören 300 Wagenzüge zur „Flotte“ der LVB. Bis zu 40 Jahre leisten die Bahnen ihren Dienst. Um die Ausfallzeiten der Fahrzeuge während der Generalüberholung möglichst gering zu halten, werden komplette Baugruppen ausgetauscht. Immerhin bis zu drei Monate „stehen“ sie dennoch. Entsprechend viel Lagerfläche wird im Untergeschoss genutzt. Darüber sind lange Montagegruben, die den kompletten Wagenzug aufnehmen können. Gearbeitet wird von 6 bis 22 Uhr. Die Berufe sind weit gefächert und umfassen z. B. Schmiede, Schlosser, Dreher und Elektromonteure. Umgekehrt ist es in den Straßenbahnhöfen, dort sind weniger Spezialisten sondern mehr Generalisten tätig, wie Frank Waldenmaier erklärte.

Nach dem sehr informativen rund 40minütigen Rundgang ging es ins 1. Obergeschoss zum Buffet. Danach referierte Ulf Middelberg zum Thema des Abends: „Moderne Mobilität für die wachsende Stadt“.

LVB-Chef Ulf Middelberg stellte klar, dass sich der Mobilitätsdienstleister klar den Herausforderungen der Zukunft stellt und neben Deutscher Bahn, PKW, Taxi, Radverkehr usw. einen Marktanteil von 25 Prozent erreichen will. Von gegenwärtig rd. 57 Millionen Fahrgästen soll bis 2022 die Zahl auf bis zu 80 Millionen steigen. Um diese Anforderungen zu bewältigen, sind bis zum Jahr 2030 Ersatzinvestitionen von 56 Mio. Euro und Wachstumsinvestitionen von 725 Mio. Euro nötig.

Die Kommunikation der LVB als Teil der „L-Familie“ soll auch zu diesem Wachstum beitragen, indem sich das Unternehmen seit 2011 klar als Mobilitätsdienstleister für die Menschen in Leipzig profiliert hat. Mit klassischen Werbemitteln über Events – wie Namenstaufen neuer XXL-Bahnen – bis zur Onlinekommunikation reicht die Kommunikationspalette.

Dabei war die Situation noch vor wenigen Jahren durch eine total überalterte Fahrzeugflotte vor allem bei Bussen geprägt, da die Förderung durch den Freistaat sehr gering war. Mit dem Strategiepapier Focus 25 wurde vor rd. fünf Jahren eine Trendwende eingeleitet, die sichtbar Früchte trägt und die Qualität und Quantität der Transportleistungen per Bussen und Bahnen wesentlich verbessert hat. Auf der Agenda für die nächsten Jahre stehen auch logistische Herausforderungen, um Abstellkapazitäten zu verbessern und das schnelle Reagieren auf besondere Einsatzsituationen zu ermöglichen. Dazu werden die Betriebshöfe in Heiterblick, Angerbrücke und Lausen für Bahnen und in Paunsdorf, Dölitz und Lindenau für Busse weiter ertüchtigt. Bei diesen gewaltigen Investitionen ist der Freistaat natürlich wiederum gefragt.

Von 2021 bis 2030 sollen die Verkehrserlöse zudem von 65 auf 68 Prozent wachsen. Stabile Einnahmen werden u. a. durch stark wachsende Abonnements erreicht. Ein Drittel der Nutzer des ABOFlex-Tarifes fahren häufiger mit Bahn und Bus, so dass auch hier ein Einnahmeplus verzeichnet werden kann. Sparen können die Nutzer von Jobtickets, bei denen aber eine Vereinbarung des Arbeitgebers mit den LVB Voraussetzung ist.

Neuester Coup der LVB seit dem Sommer 2018 ist das Produkt „Leipzig mobil“, bei dem ÖPNV-Tickets und Taxi in Leipzig, Carsharing und Bikesharing deutschlandweit auf eine Karte gesetzt werden.

Viel Diskussionsstoff gab es noch im Anschluss, wobei auch das Thema permanent steigender Fahrpreise nicht ausgespart wurde.

www.lvb.de

BG

 

Warum Werte im Online-Marketing überlebenswichtig sind

By Events, News

Nachdem die Spieler des SSC Neapel lautstark von ihren Fans zum Spiel gegen RB Leipzig am 22. Februar 2018 in ihrem Leipziger Quartier verabschiedet worden waren, startete für den Marketingclub ein erkenntnisreicher Abend mit einem Gläschen Sekt auf der Dachterrasse des Innside by Melia-Hotels in der Gottschedstraße. Bei Minusgraden und herrlicher Aussicht konnte man die „blaue Stunde“ im Freien genießen oder drin zu anregendem Plausch nutzen.

Der Referent des Abends wurde dann durch Vorstandsmitglied Nancy Schneider im Konferenzraum im EG begrüßt. Benjamin Brückner, der kurzfristig eingesprungen war, leitet das Newsletter-Team bei dem Online-Magazin “Zielbar“. Vor seiner Tätigkeit bei diesem Expertennetzwerk für Marketing & Kommunikation, hatte er in verschiedenen Hörfunk- und Fernsehredaktionen Erfahrungen gesammelt und seitdem auch zwei Bücher veröffentlicht. Seine Ausführungen zu Werten im Online-Marketing startete er mit einem Streifzug durch Technik- und Verhaltenstrends.

Die unangenehmen Seiten des Internets, die inzwischen wohl die meisten stört, sind vor allem Popups und aggressive Banner. Er setzt dem „traditionellen“ und auf schnellen Verkauf getrimmten Marketing eine ethische Variante entgegen, die von fünf Prämissen bestimmt wird: Authentizität, Nützlichkeit, Seriosität, Respekt (vor den Partnern und Konsumten) sowie Nachhaltigkeit.

Während die Mehrzahl der mobilen Nutzer 2009 noch vom Desktop aus surfte, hatten 2016 erstmals die mobilen Surfer die Nase vorn. Und das sieht Brückner lediglich als Vorboten eines Trends, der in Zukunft von Mixed-, Virtual Reality und Augmented Reality bestimmt sein werde. Inzwischen seien wir längst in diesem Trend, der ein jährliches Wachstum von 100 Prozent an Ausgaben für die entsprechende Technik aufweise, denn 2018 wird wahrscheinlich jeder dritte Deutsche eine VR-Brille besitzen.

Doch, zurück zu den Werten: Benjamin Brückner weist darauf hin, dass sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die Angebote enorm zunehmen. Und ein Unternehmen muss sich der modernen Kommunikationswege so bedienen, dass es aus der Vielzahl an Vergleichsangeboten hervorsticht. Die Vielfalt an Möglichkeiten stellt an den Content ganz neue Anforderungen. Auf die genannten Werte bezogen, gehört zur Authentizität insbesondere, dass das Unternehmen diese nicht nur vermittelt sondern „vorlebt“. Dem Kundennuten sollte ein Infotainment dienen, das Inhalte in unterhaltsamer Weise transportiert. Unter Seriosität sind vor allem seriöse Methoden des Marketings und Verkaufs zu sehen. Respekt beweist man dem Kunden, indem man ihm das bietet, was er auch braucht. Durch die Nachhaltigkeitsstrategie zielt man auf eine langfristige Kundenbindung.

Bislang haben rund 45 Prozent der Unternehmen überhaupt eine Content-Strategie. Als Kern einer wertebasierten Content-Strategie sieht Brückner darin, dass man nützliche Inhalte auf lange Sicht schafft, die in die Tiefe gehen und den Kern des Themas treffen und sowohl Kunden als auch Partner ansprechen. Dabei sollte man die Kanäle nutzen, auf denen sich die relevante Zielgruppe auch bewegt. Doch, er betonte, dass nicht jeder die Geduld und den Atem für eine solche aufwändige Content-Erarbeitung hat. Doch, es lohnt sich.

Der Abend wurde bei Gesprächen und mediterraner Kost im Hotelrestaurant abgerundet.

www.zielbar.de www.benjamin-brueckner.de

Nachdem die Spieler des SSC Neapel lautstark von ihren Fans zum Spiel gegen RB Leipzig am 22. Februar 2018 in ihrem Leipziger Quartier verabschiedet worden waren, startete für den Marketingclub ein erkenntnisreicher Abend mit einem Gläschen Sekt auf der Dachterrasse des Innside by Melia-Hotels in der Gottschedstraße. Bei Minusgraden und herrlicher Aussicht konnte man die „blaue Stunde“ im Freien genießen oder drin zu anregendem Plausch nutzen.

Der Referent des Abends wurde dann durch Vorstandsmitglied Nancy Schneider im Konferenzraum im EG begrüßt. Benjamin Brückner, der kurzfristig eingesprungen war, leitet das Newsletter-Team bei dem Online-Magazin “Zielbar“. Vor seiner Tätigkeit bei diesem Expertennetzwerk für Marketing & Kommunikation, hatte er in verschiedenen Hörfunk- und Fernsehredaktionen Erfahrungen gesammelt und seitdem auch zwei Bücher veröffentlicht. Seine Ausführungen zu Werten im Online-Marketing startete er mit einem Streifzug durch Technik- und Verhaltenstrends.

Die unangenehmen Seiten des Internets, die inzwischen wohl die meisten stört, sind vor allem Popups und aggressive Banner. Er setzt dem „traditionellen“ und auf schnellen Verkauf getrimmten Marketing eine ethische Variante entgegen, die von fünf Prämissen bestimmt wird: Authentizität, Nützlichkeit, Seriosität, Respekt (vor den Partnern und Konsumten) sowie Nachhaltigkeit.

Während die Mehrzahl der mobilen Nutzer 2009 noch vom Desktop aus surfte, hatten 2016 erstmals die mobilen Surfer die Nase vorn. Und das sieht Brückner lediglich als Vorboten eines Trends, der in Zukunft von Mixed-, Virtual Reality und Augmented Reality bestimmt sein werde. Inzwischen seien wir längst in diesem Trend, der ein jährliches Wachstum von 100 Prozent an Ausgaben für die entsprechende Technik aufweise, denn 2018 wird wahrscheinlich jeder dritte Deutsche eine VR-Brille besitzen.

Doch, zurück zu den Werten: Benjamin Brückner weist darauf hin, dass sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die Angebote enorm zunehmen. Und ein Unternehmen muss sich der modernen Kommunikationswege so bedienen, dass es aus der Vielzahl an Vergleichsangeboten hervorsticht. Die Vielfalt an Möglichkeiten stellt an den Content ganz neue Anforderungen. Auf die genannten Werte bezogen, gehört zur Authentizität insbesondere, dass das Unternehmen diese nicht nur vermittelt sondern „vorlebt“. Dem Kundennuten sollte ein Infotainment dienen, das Inhalte in unterhaltsamer Weise transportiert. Unter Seriosität sind vor allem seriöse Methoden des Marketings und Verkaufs zu sehen. Respekt beweist man dem Kunden, indem man ihm das bietet, was er auch braucht. Durch die Nachhaltigkeitsstrategie zielt man auf eine langfristige Kundenbindung.

Bislang haben rund 45 Prozent der Unternehmen überhaupt eine Content-Strategie. Als Kern einer wertebasierten Content-Strategie sieht Brückner darin, dass man nützliche Inhalte auf lange Sicht schafft, die in die Tiefe gehen und den Kern des Themas treffen und sowohl Kunden als auch Partner ansprechen. Dabei sollte man die Kanäle nutzen, auf denen sich die relevante Zielgruppe auch bewegt. Doch, er betonte, dass nicht jeder die Geduld und den Atem für eine solche aufwändige Content-Erarbeitung hat. Doch, es lohnt sich.

Der Abend wurde bei Gesprächen und mediterraner Kost im Hotelrestaurant abgerundet.

Neujahrsempfang: Gemeinsam für die Region

By Events, News

Festliche Atmosphäre auf dem Neujahrsempfang von IHK, Handwerkskammer, Unternehmerverband Sachsen e. V. und Marketing-Club Leipzig in der Glashalle der Neuen Messe. Bereits zum 15. Mal trafen sich am 24. Januar 2018 Repräsentanten der Wirtschaft und der Politik zum Meinungsaustausch.

Nachdem das Streichquartett Leipziger Mélange den feierlichen Auftakt gegeben hatte, folgte eine dynamische Vorführung auf dem Trampolin mit den Cosmic Artists, die eine Tramphouse-Show zelebrierten.

Susan Reichenbach vom MDR wirkte an diesem Abend als Moderatorin. Zur Begrüßung der Gäste hob der Präsident der Handwerkskammer Claus Gröhn in seiner Einleitung hervor, dass die wichtigsten Themen, die bereits 2017 auf der Agenda standen, noch nicht gelöst seien. Er nannte vor allem die Digitalisierung und den dafür erforderlichen Netzausbau, eine Steuerpolitik, die es dem Mittelstand erlaubt, Rücklagen zu bilden, den Abbau von Bürokratie und die Sicherung qualifizierten Berufsnachwuchses. Diesen Themen widmeten sich auch die nachfolgenden Redner des Abends.

OBM Burkhard Jung erinnerte sich in seinem Grußwort, dass er zum letzten Mal am Empfang 2007 nach einem Jahr im Amt teilgenommen hatte: „Wir kamen aus einer Schrumpfung; Leipzig hatte hunderttausend Menschen verloren. Die Region erstickte fast in Arbeitslosigkeit von über 20 Prozent. … Wir galten als Armutshauptstadt nicht nur in Sachsen sondern in Deutschland. Über 35 Prozent Leerstand bei Büroimmobilien. … Zwölf Jahre später schreibt das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut, dass Leipzig im Trendindex den ersten und im Demografieindex den dritten Platz in Deutschland belegt. … Wir stehen glänzend da – positive Geburtenstatistik und Arbeitslosigkeit unter sieben Prozent…“. Weiterhin sprach er zudem einige Probleme an, so liegt das Haushaltsnettoeinkommen noch wesentlich unter dem in vergleichbaren westdeutschen Städten. Die Unternehmensgröße und Kapitaldecke ist noch wesentlich zu klein. Weiterhin gelte der Standort immer noch nur als verlängerte Werkbank und nicht als aktiver Wirtschaftsgestalter.

Danach trat Michael Kretschmer, seit wenigen Wochen neuer Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, ans Mikrofon und hielt eine mitreißende Rede, in der er viele Probleme beim Namen nannte und auch den Willen betonte, dass sie angefasst werden. Er hob hervor, dass der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft bilde, dass Unternehmer nicht wie „fremdgelenkte“ Konzerne handeln, sondern sich auch in widrigen Zeiten durchkämpfen. Deshalb setze er sich dafür ein, dass die Über-Reglementierung abgebaut und mehr Freiräume für Unternehmertum geschaffen werden müsse. In seinen weiteren Ausführungen ging er auf alle relevanten Problemstellungen ein, weckte Hoffnungen für eine nahe Lösung, betonte aber, dass er nicht zu viel versprechen könne. So werde zwar der Lehrermangel als Hauptaufgabe gesehen, doch in der Berufsausbildung bat er um mehr Geduld.

Anschließend fand ein Podiumsgespräch statt, auf dem die Repräsentanten der Gastgeber und der MP diskutierten. Dr. Uwe Teichert als MC-Vizepräsident forderte mehr Tempo bei der Digitalisierung und verwies darauf, dass sich die Berufswelt dynamisch ändert und man oft sogar mehrmals den Beruf wechseln müsse. Kristian Kirpal, Präsident der IHK verwies auf den „Akademisierungswahn“, der gestoppt werden müsse, um wieder Nachwuchs für hochqualifizierte Tätigkeiten im Handwerk zu gewinnen. MP Kretschmer ging darauf ein und versprach mehr Unterstützung bei der Berufsorientierung in Gymnasien und bei der Finanzierung von Bildungstickets. Hartmut Bunsen, Präsident des Unternehmerverbandes Sachsen d. V. forderte insbesondere mehr Geld für Forschung und Entwicklung für KMU.

IHK-Päsident Kristian Kirpal verzichtete auf sein Schlusswort, überreichte jedoch dem Ministerpräsidenten als Dankeschön die Replik eines Trinkgefäßes aus dem legendären Kramerschatz.

Bei anregenden Gesprächen und einem vielseitigen leckeren Büffet wurde der Abend abgerundet.                                                                              BG

 

Marken-Bekenntnisse an einem kreativen Ort

By Events, News

Alle Teilnehmer an der Jahresauftaktveranstaltung des Marketing-Clubs am 16. Januar 2018 waren gespannt; rund 30 Besucher waren in das historische „Atelier“ der Markenagentur ARTKOLCHOSE gekommen. Kai-Uwe Döhler, seit 2017 neu im Vorstand des Marketing-Clubs Leipzig, übergab nach einer kurzen Einführung in das Thema des Abends das Wort an den Gastgeber. Geschäftsführer Andreas Geisler fesselte die rund 30 Teilnehmer bei seinem spannenden Vortrag über die Markenentwicklung seiner Agentur in den 13 Jahren ihres Bestehens und die Herangehensweise bei der Markenprägung für ein B2C- und ein B2B-Unternehmen.

Der „Dachboden“ mit der attraktiven Holzkonstruktion ist die Ideenschmiede des rund 15-köpfigen Teams aus festangestellten und freien Mitarbeitern mit einem Altersdurchschnitt von 34 Jahren. Eigentlich hatte alles 1998 begonnen, als der heutige Agenturschef mit einem Freund einen Film gedreht hatte und dafür 2001 einen Preis beim Victor-Klemperer-Jugendwettbewerb einheimste. Doch, die Saat für die Agentur, die den Marketing-Sonderpreis Neue Medien 2015 erhalten hatte, wurde 2004 gelegt. Ein Name musste her, der eingängig war und vielleicht so manchen stutzen ließ und den der Geschäftsführer und sein Team mit Kreativität aus Art – Kunst – und Kolchose – eigtl. Kollektivwirtschaft oder auch Kollektiv bzw. Gemeinschaft – als Kollektiv für Gestaltung oder Kunstkollektiv kreirten.

Doch, bis zur Gestaltung eben einer Marke geht es nicht einfach nur um eine gestalterische Idee. Die Herangehensweise bei jedem Kunden erklärt Geisler als strategischen Prozess, denn bevor es richtig losgeht, gilt es genau zu überlegen, wo es langgehen soll. Diese Devise der Agentur ist wohl auch ihr Erfolgsgeheimnis. Denn das Ziel dabei ist es, ganzheitliche Erlebnisse zu schaffen.

Immerhin hat die Agentur deutschlandweit für etwa 150 Kunden gearbeitet und betreut davon eine ganze Reihe schon seit Jahren weiterhin. Dabei stehen neben den klassischen Marketinginstrumenten auch die Pflege der Websites und Betreuung der sozialen Netzwerke auf der Agenda. Das gehört für die Agentur neben Aktionen wie dem Versand von Lindensämlingen im Topf ebenso zum Eigen-Marketing und zur Kundenpflege. Dabei nutzt die Agentur für sich auch die ganze Bandbreite von Pressearbeit über Referenz-Meinungen von Kunden bis zur Mund-zu-Mund-Werbung.

Der Abend bei ARTKOLCHOSE stand unter dem Motto: Marken sind wie Menschen. Unvergesslich sind diejenigen, welche es schaffen, unsere Herzen und unseren Verstand gleichzeitig zu berühren. Wie es gelingen kann, einer Marke die dazu erforderliche Eingängigkeit und Lebendigkeit zu geben, erläuterte Artkolchosnik Geisler zuerst anhand der ehemaligen DDR-Marke PFEFFI. Dabei geht es nicht um den ebenso im Volksmund bezeichneten grünen Likör sondern die von Fahlberg-List in Magdeburg 1954 und ab 1960 bei Konsü in Markkleeberg gefertigten Pfefferminzriegel. Wilfried Opitz, der den Betrieb bis zum Ende der DDR geleitet hatte, erweckte das Produkt nach achtjährigem Aus wieder zum Leben. Gestalterisch wurde an die unterbrochene Tradition angeknüpft. Doch gemeinsam mit der Agentur für den Mittelstand ARTKOLCHOSE wurde analysiert, wie man die Marke PFEFFI im heiß umkämpften Markt der „Lutschpastillen“ positionieren könnte. Denn Tic Tac, Mentos, Fisherman’s Friend und Co. beherrschen diesen Markt. Bis zur Geburtsstunde zurück wurde die Markenentwicklung von PFEFFI betrachtet und aus der Anfangszeit nutzte man schließlich Elemente, die in der Bildsprache von heute „Herz und Verstand“ ansprechen können. Die Historie dazu kann man auf der Homepage nachlesen. Man könnte fast das Motto back to the roots bemühen, denn einiges aus der Anfangszeit, das für Identifikation, Emotion und Bekanntheit steht, wurde modifiziert und wiederbelebt, wobei eine Vereinfachung und deutlichere Abgrenzung der Formen- und Farbensprache erzeugt wurde, z. B.  indem aus dem dreidimensionalen Logo der letzten Zeit wieder ein eindimensionales geschaffen und komplizierte Farbverläufe abgeschafft wurden.

Das zweite Beispiel bildet wohl insofern eine Besonderheit, da es sich um den Entwickler der auf Kommunen spezialisierten Software Avviso für die „Beitreibung von Vollstreckungen“ bezieht. Dahinter verbirgt sich ein umfassender Themenbereich, der von Insolvenzbearbeitung bis Zwangsvollstreckung reicht und entsprechende Software-Lösungen nach den neuesten gesetzlichen Anforderungen umfasst. An die Anwender in den Kommunen werden sie zudem in Kursen der firmeneigenen Datateamakademie. Mit dem 1999 gegründeten Unternehmen Datateam GmbH arbeitet die Agentur seit elf Jahren zusammen.

Andreas Geisler nannte als Herausforderungen, dass es zum einen um ein heikles und negativ besetztes Thema ging, das man nicht gegenüber Endkunden kommuniziert und zum anderen, dass Software etwas Virtuelles ist, das man nicht anfassen kann. Also mussten Sinnbilder entwickelt werden, um es verständlicher zu gestalten. Vom Gedanken: Wir kennen uns aus, wo der Kuckuck unterwegs ist wurde die adäquate Umgebung gestaltet, in der der Kuckuck (in der Natur) zu Hause ist. Mit diesem Bezug sollte eine gedankliche Brücke zum erklärungsbedürftigen Produkt geschlagen werden. Bei der gestalterischen Umsetzung wurde auch hier auf Vereinfachung gesetzt, denn das „Kuckucks-Logo“ bildet lediglich eine Stilisierung des Vogels. Analog wurden für andere Bereiche grafische Sinnbilder entwickelt, u. a. für die Datateam-Akademie der Uhu und für Amtshilfe der (Bundes-)Adler.

Nach den Ausführungen des Agenturoberhauptes Andreas Geisler gab es noch viele Fragen. Das Credo des Abends lässt sich evtl. so zusammenfassen: Nur die ganzheitliche Analyse und Betrachtung führt zum Marken-Erfolg.

www.data-team.de    http://www.pfeffi.de                                                            BG