Kunststoff – ein wichtiger Stoff für Wohlstand, Zukunft und marktfähige Produkte

Unter dieser Thematik traf sich der Marketingclub am 26. Mai 2016 in der Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH (KUZ). Erzeugnisse aus Kunststoffen, im Alltagsumgang als Plastik bezeichnet, begegnen uns seit Jahrzehnten nahezu überall und in immer neuen Variationen – als Kunststoffe selbst oder in Kombination mit anderen Werkstoffen. Ein Thema also, das wohl jeden angeht.

Nach der kurzen Begrüßung durch MC-Vizepräsident Dr. Uwe Teichert führte Dr. Peter Bloß, Geschäftsführer der KUZ zahlreiche Argumente für den modernen Werkstoff an, darunter die Verarbeitung mit geringerem Energieaufwand im Vergleich z. B. zu metallischen Erzeugnissen, die gute Form- und Kombinierbarkeit, der Leichtbau und die Designfreiheit. Dazu ging er ebenso auf die nahezu unerschöpflichen Anwendungsbereiche ein. Dennoch: Plaste bzw. Kunststoffe genießen in der Öffentlichkeit nicht gerade ein positives Image. Schuld daran sind vor allem die Fragen der Entsorgung bzw. die durch menschliches Tun verursachten Verschmutzungen der Natur.

Im Vortrag stand das Marketing für innovative Ideen, Erzeugnisse und Prozesse bei der Kunststoffentwicklung und -verarbeitung klar im Fokus. Das zukunftsträchtige wichtige Fachgebiet, auf dem KUZ in enger Gemeinschaft mit den führenden Unternehmen der Branche tätig ist, wird im Wesentlichen durch Aufträge aus der privaten Wirtschaft und aus öffentlichen Mittel finanziert.

In der KUZ wird für Unternehmen der Kunststoffindustrie geforscht, es werden Produkte und Technologien entwickelt und bis zur Serienreife gebracht, auch in Kleinserien gefertigt, außerdem werden Werkstoffe geprüft. Dank enger Industrienähe entstehen hier zahlreiche beispielgebende Innovationen. Ob Metallersatzwerkstoffe, kunststoffbasierte Lichtwellenleiter oder die unterschiedlichsten Verbundwerkstoffe – (fast) nichts ist unmöglich.

Ökologisch bemerkenswert ist, dass dabei auch Verbindungen mit nachwachsenden Rohstoffen genutzt werden, um die natürlichen Ressourcen zu schonen. Ebenso werden Kunststoffverbindungen hier speziellen Tests und Prüfungen unterzogen – z. B. für die Fahrzeug- und Flugzeugindustrie; immerhin besteht ein Airbus bereits aus rd. einem Drittel Kunststoffen. Ein ebenso wichtiger Bereich der KUZ ist die Weiterbildung, denn auf diesem Fachgebiet ist ein rasanter Wissenszuwachs zu verzeichnen.

Nach der „theoretischen Einführung“ war allen klar: Kunststoffe sind innovative Hightech-Werkstoffe mit maßgeschneiderten Eigenschaften, deren Anwendungsbereiche immer universeller werden – also: Werkstoffe der Zukunft. Als Gründungsmitglied der im Vorjahr gegründeten Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse (Zuse-Gemeinschaft) – einem Zusammenschluss von Industrieforschungseinrichtungen unterschiedlichster Branchen aus dem gesamten Bundesgebiet – wirkt die KUZ aktiv dabei mit, diese Zukunft im Interesse des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Deutschland mit zu gestalten. Was jedoch macht das KUZ, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen? Diese Frage wurde ganz anschaulich beantwortet, als sich die rd. 20 Besucher in zwei Gruppen in die Praxis begaben – geführt von Dr. Peter Bloß sowie dem Fachbereichsleiter Jörg Michaelis. Extra für Vorführungszwecke waren spezielle Maschinen dabei, Teile zu produzieren – u. a. hochwertige Formteile für die Medizintechnik. Im Gespräch mit einigen der 60 hier Beschäftigten, konnte man sich über technische und technologische Details genauestens informieren, zumal sich alle KUZ-Mitarbeiter ständig auf ihren Fachgebieten weiterbilden.  Zu den Arbeitsbedingungen im KUZ gehört aber auch, dass ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab 57 Jahren nur 37,5 Stunden pro Woche arbeiten müssen, solche Vergünstigungen erhalten auch Eltern schulpflichtiger Kinder.

Resümee: Bedenkt man jedoch, dass lediglich fünf Prozent der Fördermengen an Erdöl für Kunststoffprodukte verwendet werden – alles andere für Antriebs- und Heizzwecke –, wird deutlich, dass diese endliche Ressourcen zum Verbrennen viel zu schade ist, sondern lieber für langlebige innovative Güter genutzt werden sollten. Immer neue Anwendungen und neue Eigenschaften versprechen noch viel für die Zukunft. KUZ Leipzig sorgt mit dafür.  www.kuz-leipzig.de     BG