Laba diena Vilnius

Guten Tag Vilnius hieß es vom 17. bis 20. September für die 25 Teilnehmer der diesjährigen Wirtschaftsexkursion. Die litauische Hauptstadt machte ihr freundlichstes Gesicht, überraschte in dieser Jahreszeit mit Temperaturen bis 27 Grad Celsius und natürlich mit einer herzlichen Gastfreundschaft. In der Halbmillionenstadt wollten die Teilnehmer Wirtschaftskontakte knüpfen sowie in Geschichte und Gegenwart der Baltischen Republik eintauchen. Sowohl für die, die Kontakte zu litauischen Unternehmen anbahnen wollten als auch für alle Entdeckungsfreudigen boten die drei Tage dann auch Eindrücke in Hülle und Fülle.

Mit Zwischenstopp in Frankfurt erreichte die Delegation am frühen Nachmittag ihr Ziel. Nach der Begrüßung und Einstimmung durch Frau Tumavicitus, die sich als Dolmetscherin und Begleiterin während des Aufenthalts um die Gäste kümmerte, informierten Repräsentanten der Deutsch-Baltischen Handelskammer über den Stand der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Litauen und Deutschland.

Gleich am nächsten Tag bildete das Ziel unserer Delegation das aufstrebende Unternehmen PAKMARKAS in der Nähe der Hauptstadt.

„Fangen Sie den Wind – wir verpacken ihn” ist der eingängige Leitspruch des Unternehmens, das keinesfalls „heiße Luft” verspricht, sondern mit Komplettlösungen für Verpackung und Etikettierung zu den Branchenführern im Baltikum zählt. Mit 212 Mitarbeitern in Litauen und Lettland erzielt PAKMARKAS einen Jahresumsatz von über 22 Mio. Euro und exportiert 36 Prozent seiner Erzeugnisse und Leistungen. Vor 21 Jahren war das Unternehmen mit einem zehnköpfigen Team an den Start gegangen. In einer Präsentation wurde u. a. dargestellt, wie sie innerhalb nur eines Monats eine komplette Abfülllinie für Coca Cola von Lettland nach Litauen umgesetzt hatten. (www.pakmarkas.lt).

Mit derlei technischen Informationen und dem Einblick in Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme sowie die Pflege der sozialen Verantwortung im Unternehmen ausgestattet, stand der Nachmittag zu Entdeckungen in der Altstadt von Vilnius zur Verfügung.

Am Samstag ging es auf touristische Entdeckungsreise nach Trakai. Die imposante und malerisch gelegene Wasserfestung war die mittelalterliche Hauptstadt Litauens und diente als Verteidigungsanlage gegen den Deutschritterorden. Doch nach dem Sieg bei Tannenberg war sie nutzlos geworden und verfallen. Erst im 20. Jahrhundert erinnerte man sich an die damit verbundene litauische Historie und machte sich aus Patriotismus an den Wiederaufbau. Nun kann man sich in ihren Mauern über die Geschichte der einstigen Metropole und der Großfürsten des Landes des Landes informieren.

Am Nachmittag führte der Weg in das „Haus der Waldbrüder” (Litauische Befreiungsarmee ab 1941) und damit die jüngere Geschichte: Der Überlebende eines Gulags Albinas Kentra berichtete über den Partisanenkampf nach dem 2. Weltkrieg und zeigte eine Vielzahl von Fotos der entscheidenden Tage um den 13. Januar 1991, der als Vilniusser Blutsonntag mit 14 Toten und rd. 1.000 Verletzten in die Annalen einging. Doch die Opfer waren nicht umsonst und verhinderten, dass Moskautreue Kräfte nach einem Putsch das Land regierten. Das Referendum am 9. Februar machte den Weg frei für ein unabhängiges Litauen.

Am Abreisetag ging es noch auf einen Stadtrundgang durch die Altstadt von Vilnius, wo neben herrlich renovierten Gebäuden noch viele unter dem Zahn der Zeit leiden.

Am Sonntagnachmittag trafen alle wohlbehalten in Leipzig ein, voller Eindrücke aus einer sehenswerten und gastfreundlichen Stadt.                                                         PP/BG

In Zusammenarbeit mit BALTIKUMREISEN OÜ (GmbH) www.baltikumreisen.de