Vom Hobby zum Traumunternehmen

Leipzigs Gründerszene stand im Blickpunkt der Marketing-Club-Veranstaltung, die gemeinsam mit der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) am 19. April 2016 unter der Headline „Wirtschaft trifft Wissenschaft: Leipzig, deine Gründerszene“ stand. Im modernen Hörsaal hatten sich rund 50 Teilnehmer eingefunden, darunter nicht nur zahlreiche Clubmitglieder sondern auch viele junge Teilnehmer, vor allem Studenten.

Einleitend ging MC-Präsident Prof. Georg Donat auf die Marketinghöhepunkte in Leipzig 2016 ein, darunter die Verleihung des Marketingpreises, der erstmals in vier Kategorien am 2. 11. verliehen wird (Bewerbungsfrist bis 30.9.), siehe: http://www.marketingpreis-leipzig.de/), für den die Bewerbungsfrist gerade beginnt, und der 43. Deutsche Marketing Tag, der im November die Elite des Marketing aus ganz Deutschland in Leipzig versammelt.

Marketingfachmann Prof. Dr. Holger Müller gab einen kurzen Überblick über die Schwerpunkte im modernen Marketing, wie er sie auch im Studium lehrt, als eine Art Impulsvortrag für die folgenden Beispiele. http://wiwi.htwk-leipzig.de/de/fakultaet-wiwi/

In seinem kurzen Beitrag stellte Tom Potutschek Campus Inform e.V. (http://www.campusinform.de) vor, der vor 18 Jahren als studentische Unternehmensberatung gegründet worden war. Bis vor kurzem war er Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und schätzt die Möglichkeiten des Vereins für Studenten besonders deshalb, weil sie anhand von Praxisbeispielen in KMU Erfahrungen sammeln können. Ein spezieller Dank richtete sich an Petra Paatz, die diese gemeinsame Veranstaltung langfristig vorbereitet hatte.

Als Hauptredner des Abends kam Chris Volke zu Wort, der gemeinsam mit seinem früheren Kommilitonen an der Universität Leipzig Florian Mack langfristig ein Unternehmen gründete, mit dem sie zunehmend auf der Erfolgsspur sind und bereits Umsätze im sechsstelligen Bereich generieren. Aus der eigenen Studenten-Erfahrung, wenn man beim Büffeln von Müdigkeit übermannt wird, entstand die Idee, alternative Muntermacher fürs Gehirn ohne Koffein zu entwickeln. Dank eines Schülerpraktikums im Fraunhofer Institut hatte Chris Volke bereits im Bereich der Neurologischen Forschung gearbeitet und entsprechende Kontakte aufgebaut. Weiterhin konnten sie auf das Gründernetzwerk der Universität SMILE (www.smile.uni-leipzig.de/home/) und SpinLab – the HL Accelerator (http://www.spinlab.co/) bauen. Ausführlich ging er auf die einzelnen Entwicklungsphasen ein – begonnen als „Hobby“ neben dem betriebswirtschaftlichen Studium, bis das Produkt nach drei Jahren 2013 als Nijoz Denk-Getränk entwickelt war und nach ausgiebigen Tests im darauffolgenden Jahr einen Relaunch erfuhr und jetzt als Neuronade auf dem Markt ist. Der Vertrieb im Online-Shop wurde bislang seit 2015 auf 500 Apotheken erweitert und ist noch ausbaufähig. Die jungen Gründer konnten ihr gesamtes Studienwissen nutzen, um von der Ideenphase über den ausführlichen Businessplan bis zum offensiven Marketing nahezu eigenständig zu agieren. Seit kurzem ist er auch JUMP-Mitglied. Gemäß der 80-20-Formel konnten sie natürlich auf fachliche Unterstützung nicht verzichten, so erfolgt z. B. die Portionierung und Verpackung des leicht löslichen Getränkepulvers Neuronade – Think Drink bei einem EU-zertifizierten Lebensmittelproduzenten. Eine Studie zur Wirksamkeitsforschung des Pflanzenextraktbasierten Drinks ist in Arbeit. Alle Informationen finden die Leser auf: www.neuronade.com.

Den zweiten Hauptvortrag des hochinformativen Abends hielt Jennifer Pauli; ebenfalls JUMP-Mitglied im MC Leipzig; vom Social Impact Lab Leipzig – Gründerzentrum für soziale Innovationen, welches im Stelzenhaus ansässig ist. Der Schwerpunkt des Labs liegt auf der Unterstützung von Social Startups, die über ein Stipendium, welches von der Drosos Stiftung finanziert wird, bis zu 8 Monate Coaching, Fachberatung, Zugang zu einem exclusiven Netzwerk und einen Arbeitsplatz im Coworking Space des Labs bekommen. Bis zu 16 engagierte Jungunternehmer werden jährlich in das Stipendienprogramm aufgenommen, welches 3 Mal im Jahr ausgeschrieben wird. Das Branchen-Spektrum der sozialunternehmerischen Startups ist sehr breit, Beispiele aus dem Leipziger Social Impact Netzwerk sind u.a. die Projekte mormor, TiMMi, Interaction Leipzig, bring-together, tutory und heldenküche. Wie man die Möglichkeiten nutzen kann, erfährt man auf der Homepage: http://leipzig.socialimpactlab.eu/ BG