Neujahrsempfang: Gemeinsam für die Region

Festliche Atmosphäre auf dem Neujahrsempfang von IHK, Handwerkskammer, Unternehmerverband Sachsen e. V. und Marketing-Club Leipzig in der Glashalle der Neuen Messe. Bereits zum 15. Mal trafen sich am 24. Januar 2018 Repräsentanten der Wirtschaft und der Politik zum Meinungsaustausch.

Nachdem das Streichquartett Leipziger Mélange den feierlichen Auftakt gegeben hatte, folgte eine dynamische Vorführung auf dem Trampolin mit den Cosmic Artists, die eine Tramphouse-Show zelebrierten.

Susan Reichenbach vom MDR wirkte an diesem Abend als Moderatorin. Zur Begrüßung der Gäste hob der Präsident der Handwerkskammer Claus Gröhn in seiner Einleitung hervor, dass die wichtigsten Themen, die bereits 2017 auf der Agenda standen, noch nicht gelöst seien. Er nannte vor allem die Digitalisierung und den dafür erforderlichen Netzausbau, eine Steuerpolitik, die es dem Mittelstand erlaubt, Rücklagen zu bilden, den Abbau von Bürokratie und die Sicherung qualifizierten Berufsnachwuchses. Diesen Themen widmeten sich auch die nachfolgenden Redner des Abends.

OBM Burkhard Jung erinnerte sich in seinem Grußwort, dass er zum letzten Mal am Empfang 2007 nach einem Jahr im Amt teilgenommen hatte: „Wir kamen aus einer Schrumpfung; Leipzig hatte hunderttausend Menschen verloren. Die Region erstickte fast in Arbeitslosigkeit von über 20 Prozent. … Wir galten als Armutshauptstadt nicht nur in Sachsen sondern in Deutschland. Über 35 Prozent Leerstand bei Büroimmobilien. … Zwölf Jahre später schreibt das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut, dass Leipzig im Trendindex den ersten und im Demografieindex den dritten Platz in Deutschland belegt. … Wir stehen glänzend da – positive Geburtenstatistik und Arbeitslosigkeit unter sieben Prozent…“. Weiterhin sprach er zudem einige Probleme an, so liegt das Haushaltsnettoeinkommen noch wesentlich unter dem in vergleichbaren westdeutschen Städten. Die Unternehmensgröße und Kapitaldecke ist noch wesentlich zu klein. Weiterhin gelte der Standort immer noch nur als verlängerte Werkbank und nicht als aktiver Wirtschaftsgestalter.

Danach trat Michael Kretschmer, seit wenigen Wochen neuer Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, ans Mikrofon und hielt eine mitreißende Rede, in der er viele Probleme beim Namen nannte und auch den Willen betonte, dass sie angefasst werden. Er hob hervor, dass der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft bilde, dass Unternehmer nicht wie „fremdgelenkte“ Konzerne handeln, sondern sich auch in widrigen Zeiten durchkämpfen. Deshalb setze er sich dafür ein, dass die Über-Reglementierung abgebaut und mehr Freiräume für Unternehmertum geschaffen werden müsse. In seinen weiteren Ausführungen ging er auf alle relevanten Problemstellungen ein, weckte Hoffnungen für eine nahe Lösung, betonte aber, dass er nicht zu viel versprechen könne. So werde zwar der Lehrermangel als Hauptaufgabe gesehen, doch in der Berufsausbildung bat er um mehr Geduld.

Anschließend fand ein Podiumsgespräch statt, auf dem die Repräsentanten der Gastgeber und der MP diskutierten. Dr. Uwe Teichert als MC-Vizepräsident forderte mehr Tempo bei der Digitalisierung und verwies darauf, dass sich die Berufswelt dynamisch ändert und man oft sogar mehrmals den Beruf wechseln müsse. Kristian Kirpal, Präsident der IHK verwies auf den „Akademisierungswahn“, der gestoppt werden müsse, um wieder Nachwuchs für hochqualifizierte Tätigkeiten im Handwerk zu gewinnen. MP Kretschmer ging darauf ein und versprach mehr Unterstützung bei der Berufsorientierung in Gymnasien und bei der Finanzierung von Bildungstickets. Hartmut Bunsen, Präsident des Unternehmerverbandes Sachsen d. V. forderte insbesondere mehr Geld für Forschung und Entwicklung für KMU.

IHK-Päsident Kristian Kirpal verzichtete auf sein Schlusswort, überreichte jedoch dem Ministerpräsidenten als Dankeschön die Replik eines Trinkgefäßes aus dem legendären Kramerschatz.

Bei anregenden Gesprächen und einem vielseitigen leckeren Büffet wurde der Abend abgerundet.                                                                              BG