
Alle einsteigen bitte – der Marketing Club Leipzig hatte geladen, und zahlreiche Vertreter aus Marketing, Kommunikation und Wirtschaft kamen in den Sächsischen Wartesaal des Leipziger Hauptbahnhofs. Die perfekte Location für diesen Abend, denn im Zentrum des Interesses stand die Kampagne „Boah, Bahn!“ – und mit Martell Beck der Chief Marketing Officer der Deutschen Bahn, der sie maßgeblich verantwortet hat.
In seinem Vortrag zeigte der offensichtlich shitstormerprobte Martell Beck mit Gelassenheit und beeindruckender Überzeugungskraft, warum sich die Deutsche Bahn bewusst gegen klassische Kommunikationsmuster entschieden hat. Statt Beschönigung und „Glümis“ (glückliche Menschen in pünktlichen Zügen) setzte die Kampagne auf schonungslose Fakten, Humor, Selbstironie und einen konsequenten Social-First-Ansatz. Inhalte wurden im Hochformat produziert, klar auf mobile Nutzung ausgerichtet und genau dort ausgespielt, wo die Zielgruppen täglich unterwegs sind.
Der Ansatz war glasklar strategisch begründet: In einem Umfeld permanenter, gnadenloser Aufmerksamkeit und regelmäßiger Kritik positioniert sich die Bahn eben nicht als perfekter Dienstleister, sondern als authentischer Teil des Alltags der Fahrgäste und auch der Mitarbeitenden – mit allen Höhen und Tiefen. Kommunikation ohne PR-Phrasen wurde damit zum Spiegel der Realität und nicht zu deren Beschönigung.
Inhaltlich hinterließ der Abend vor allem eine beeindruckend klare Botschaft: Wirksame Kommunikation erfordert Mut – Mut, groß zu denken und klare Haltungen einzunehmen. Martell Beck hat im Wartesaal ganz klar deutlich gemacht: Wer heute Relevanz will, darf nicht auf Sicherheit fahren. Wirksame Kommunikation braucht Mut zum Risiko und die Bereitschaft, das Gleisbett der etablierten Muster zu verlassen.
Danke an Martell Beck – das war wirklich ein Abend auf der Überholspur! Danke für den ehrlichen und zugleich entwaffnenden Blick hinter die Kulissen einer Kampagne, die zwar gestoppt wurde, aber in den Köpfen der Marketer noch lange nachhallen wird.
Ein besonderer Dank gilt auch Thomas Oehme, dem Center Manager der PROMENADEN Hauptbahnhof Leipzig und damit dem Gastgeber und „Hausherrn“ dieses beeindruckenden Ortes, der den perfekten Rahmen für diesen Abend geschaffen hat.
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