Konsum Leipzig: Der Mensch wird mit der Digitalisierung immer wichtiger

Wie wirkt sich die Digitalisierung im Handel aus? So könnte man den etwas reißerisch klingenden Titel der Marketing-Club-Veranstaltung „Den Menschen digital weggeshoppt“ am 2. Juli 2019 in der Konsum-Zentrale, Industriestraße, auch interpretieren. Denn, einerseits ist mit der Digitalisierung eine große Hoffnung für Arbeitserleichterungen – insbesondere bei Routinen – verbunden, andererseits aber auch die Angst der Beschäftigten, überflüssig zu werden.
Einleitend begrüßte MC-Vorstandsmitglied Frau Prof. Dr. Margit Enke, die an der TU Bergakademie Freiberg als Professorin für Marketing lehrt, die rund 30 Teilnehmer, insbesondere als Neumitglied die Agentur Kreativ&Söhne.
Im folgenden Disput standen auf der einen Seite die Praktiker, Konsum-Vorstandssprecher Dirk Thärichen und Vorstand Michael Faupel und auf der anderen Seite der Wissenschaftler Erik Maier, Juniorprofessor für Handels- und Multi-Channel-Management an der Leipzig Graduate School of Management.
Gerade im 135. Jahr des Bestehens des Konsum Leipzig wollte das Konsum-Vorstandsduo, das seit vier Jahren im Amt ist, gemeinsam mit dem Marketing-Club ein aktuelles Thema behandeln, wie Dirk Thärichen betonte. Vor vier Jahren gab es einen starken Umsatz- und Mitgliederrückgang beim Konsum, so dass überlegt werden musste, wie man den Konsum neu positionieren könnte. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, fand man seitdem als Partner die „Handelshochschule“, um ein Szenario zu entwickeln.
Im spannenden Disput standen nun praktische Erfahrungen des Einzelhandelsalltags den wissenschaftlich begründeten Meinungen des Forschers gegenüber, der einige Thesen vorgab, die die Rolle des Menschen – Kunden und Verkaufspersonal – kennzeichnen. So wächst der Einfluss des Kunden, der die Auswahlmöglichkeiten, die der Handel bietet, überlegt nutzt. Deshalb wird die Kundenbindung immer wichtiger. Ebenso sollte man auf die Kundenströme achten.
Michael Faupel erläuterte das Konzept des Konsum, der auf das klassische Nahversorgungskonzept setzt und zudem seinen – bislang defizitären – Onlineshop neu strukturiert.
Prof. Erik Maier ist ebenso davon überzeugt, dass der stationäre Handel bedeutsam bleibt, aber die Anforderungen an die Mitarbeiter mit der Neugestaltung durch digitale Strukturen enorm wachsen werden.

Fazit: Mehr Aufmerksamkeit auf Mitarbeiter und Kunden richten – zum einen durch Schulung der Mitarbeiter für kreativere Arbeitsweise und durch anspruchsvollere Produkte, zum anderen stärkere Bindung der Kunden durch gutes Sortiment und Beratung.
Einige Praxiserfahrungen steuerten auch die Teilnehmer bei, die unter anderem auf veränderte Ansprüche an den Arbeitgeber und neue Verhaltensweisen der jüngeren Generation eingingen. Der individuelle Meinungsaustausch wurde mit Stärkungen und Erfrischungen vom Konsum-Buffet fortgesetzt. Auf der Terrasse begeisterte der Ausblick auf den abendlichen Karl-Heine-Kanal. Die Location kann übrigens auch für Veranstaltungen gemietet werden. BG

www.konsum-leipzig.de
www.hhl.de

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